Sophienpalais

      Eleganz auf dem Roten Teppich:

      Historische Architektur zeichnet das Sophienpalais Hamburg aus

      Das Architekturbüro kister scheithauer gross (Köln/Leipzig) meistert den Spagat vom militärischen Verwaltungsgebäude zum exklusiven Wohnhaus. Modedesigner Karl Lagerfeld begleitete die Einrichtung; der Rote Teppich und die textile Bodenkonzepte von Carpet Concept unterstreichen das elegante Interior.

      Erhabene, weiße Gründerzeitvillen, Alleenbäume und Blicke auf die Außenalster: Das Quartier Harvestehude zählt zu den begehrtesten Wohnlagen Hamburgs und ist zugleich Adresse der Sophienterrasse. Ein Gebiet voller Geschichten und Besonderheiten. Mit fünf renommierten Architekturbüros, darunter kister scheithauer gross aus Köln, errichtete die Frankonia Eurobau hier neue Wohnhäuser und baute vorhandene Substanz um, auch das viel diskutierte Sophienpalais, das im dritten Reich als Generalkommando-Zentrale der Wehrmacht diente.

      Die militärische Vorgeschichte des Hauses wurde im Vorfeld genau ausgelotet. „Der Bauherr hatte eine Studie beauftragt, um sicher zu gehen, dass das Sophienpalais im dritten Reich ein reines Verwaltungsgebäude war, mit dem keine persönlichen Schicksale wie Verhöre oder Verhaftungen verbunden waren“, erzählt Architekt Johannes Kister, „andernfalls hätte daraus kein Wohnhaus entstehen sollen.“ Später ging das Sophienpalais in den Besitz der Bundeswehr über und wurde bis in die 70er Jahre als Kreiswehrersatzamt genutzt. „Diese kontinuierliche Geschichte war gestalterisch an den Innenausbauten ablesbar und sehr spannend“, unterstreicht Professor Kister.

      Empfang mit großer Geste

      Die besondere Geschichte des Hauses ist heute schon beim Betreten ablesbar: auf dem Boden empfängt das Signet des Sophienpalais, das der Teppichboden-Spezialist Carpet Concept in die hochwertigen, maßgefertigten Fußmatten eingearbeitet hat. Auch für die Treppenhäuser und Flure setzte man auf Qualität und Langlebigkeit. „Hier wurde bewusst der Teppichboden Eco Zen von Carpet Concept in einer roten Sonderfarbe ausgewählt, der die hochwertige und einzigartige Atmosphäre des Hauses transportiert“, so Johannes Kister. Die Kollektion Eco Zen von Carpet Concept bezieht ihren besonderen Charme aus einer überraschenden Struktur. Durch eine neuartige Verarbeitung und die Verwendung exzellenter Garne wirkt die Oberfläche besonders lebendig. Heute schreitet man auf dem roten Teppich fast lautlos über die Stufen. Die Kollektion von Carpet Concept ist nicht nur sehr widerstandsfähig, sondern beeinflusst auch die Akustik positiv, eignet sich daher optimal für hochfrequentierte Bereiche.

      Karl Lagerfeld gestaltet Club-Lounge

      Die Architekten von kister scheithauer gross haben ihre elegante Interior-Sprache in den Fluren, als auch in den öffentliche Bereichen von Lobby und Lounge eingebracht.

      Erlesene Materialien wie Holz, Corian oder Kupfer wurden verarbeitet, in der Eingangslobby begrüßt ein Concierge Bewohner und Gäste. Der ehemalige Festsaal im ersten Geschoss wurde zur Club-Lounge mit Bar und Piano umgewandelt, in diesen Bereichen begleitete übrigens Modeschöpfer Karl Lagerfeld die Inneneinrichtung.

      „Die öffentlichen Räume versprühen immer noch neoklassizistischen Charme. Die Club Lounge steht allen Bewohnern zur Verfügung. Sie ist für Leute gedacht, die ein kleines Appartement kaufen, sich aber am Abend gerne noch mal verabreden – man trifft sich dort“, erzählt Johannes Kister. Im ehemaligen Waffentresor befindet sich nun der Weinkeller. Außerdem wurde ein 700 qm großer Spa-Bereich mit Sauna und Fitnessstudio eingerichtet.

      Wirtschaftlich tragfähiges Konzept

      Sorgfalt und Detailliebe kennzeichnen das Projekt auch von Außen. Da der Erhalt des alten Baumbestands mit Wurzelschutzmaßnahmen verbunden war, wurde die Tiefgarage ausgespart. Über zehn Jahre währte die Planung für das Ensemble. Ursprünglich sollte die über 19.000 qm große Fläche in ein Hotel verwandelt werden, erst später reifte der Gedanke zu sechzig großzügigen Luxuswohnungen. Schließlich schaffte die Finanzkrise neue Realitäten: Aus den Residenzen wurden 160 Wohnungen, die mit Größen zwischen 70 bis 230 qm eher die wirtschaftlichen Ansprüche der Zeit trafen. Hinzu kamen komplett eingerichtete Boarding House Appartements, die dem Wunsch nach Flexibilität Rechnung trugen. Johannes Kister: „Die Herausforderung und planerische Aufgabe war, den ehemaligen Bürogrundriss des Gebäudes in ein für den Bauherren wirtschaftliches Konzept zu übertragen, das so auf dem Markt bestehen konnte.“

      Neue Offenheit zum Park

      Das Gebäude selbst ist ein neoklassizistisches Monument aus dem Jahr 1935. Eine Dreiflügelanlage, die durch strenge Eckpfeiler geprägt ist. „Die Idee war, das Haus in seiner historischen Situation zur Strasse hin zu belassen und die massive Fassade, als auch die drei Treppenhäuser aus Denkmalschutzgründen zu erhalten.“ Der Rest wurde entkernt und modernisiert. Zum Park hin vergrößerte kister scheithauer gross die Flächen durch Loggien. Gestalterische Fassadenelemente mit ornamentalem Charakter strukturieren die Rückseite. Außerdem stockten die Architekten ein „Sky Deck“ mit zweigeschossigen Panorama-Penthouses auf. „So hat man wunderschöne Ausblicke. Das entspricht der Wertigkeit, die an dieser Stelle entstehen sollte“, erklärt Johannes Kister.

      Ablesbarkeit der Zeitschichten

      Die Farbgestaltung der Fassade war für das Sophienpalais ein weiteres, wichtiges Thema. Viele wünschten, dass das Haus weiß wie das Villenumfeld gehalten wird. Johannes Kister entschied sich dagegen: „Es ist keine klassizistische Villa, sondern ein Gebäude mit Geschichte, die sich nicht weiß darstellt, sondern das militärisch graue Kostüm anhat. Zugleich gab es eine Verabredung mit der Denkmalpflege: Wir durften innen transformieren, wenn die Muschelkalkfassade erhalten bleibt. Deshalb haben wir den Originalputz vorne gesäubert und belassen.“

      Heute macht die konsequente Unterscheidung von historischem Bestand und neuer Gestaltung die Spannung des Gebäudes aus. „Das Haus ist authentisch und nicht überformt,“ so Johannes Kister, „genau durch diese Zeitzeichen gewinnt es.“