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Ege Carpets: Eine deutsch-dänische Passion für Teppiche

29.04.2021

Nachhaltigkeit als Reise ohne Limit: 2016 trat Carpet Concept  in die Ege Group ein. Beginnend im Mai 2021 mündet die Fusion der einzelnen Marken zur neuen Ege Carpets. Ein Gespräch mit Thomas Trenkamp, geschäftsführender Gesellschafter von Carpet Concept und Svend Aage Faerch Nielsen, CCO von Ege Carpets, über die Zukunft der neuen Verbindung und ihr gemeinsames Motto: nicht reden, sondern machen.

Die Firmengeschichte von Ege Taepper ist eine Geschichte leidenschaftlichen Unternehmertums. Sie beginnt damit, dass der Farmerssohn Mads Eg Damgaard (1913-1999) im Jahr 1938 im dänischen Herning eine Teppichweberei gründet. Von Anfang an setzt er auf Qualität. Über Jahrzehnte baut er seinen Betrieb dank Innovationsgeist, technologischem Fortschritt und einem untrüglichen Gespür für Marktchancen kontinuierlich aus. Heute ist Ege Carpets Skandinaviens größte Firmengruppe im Teppichsegment.
Fast ein halbes Jahrhundert nach Mads Eg Damgaard, 1993, gründet Thomas Trenkamp in Bielefeld Carpet Concept. Mit nicht minder großem Qualitätsanspruch und Enthusiasmus entwickelt er sein Unternehmen im Laufe von mehr als 25 Jahren zu einem Trendsetter und Marktführer für Objekt-Teppichböden.
Leidenschaft für Teppiche verbindet die beiden im Premiumsegment erfolgreichen Unternehmen - Carpet Concept aus Deutschland und die Ege Group aus Dänemark. Sie gehen ab sofort gemeinsam neue Wege. Was 2016 mit dem Eintritt Carpet Concepts in die Ege Group begann, mündet in der Fusion der Marken. Ege Taepper, Hammer, Bentzon Carpets sowie Carpet Concept firmieren fortan unter dem Label Ege Carpets. Welche neuen Chancen und Möglichkeiten dieser Schritt für die Unternehmen und ihre Kunden bedeutet – darüber tauschten sich Svend Nielsen und Thomas Trenkamp in Hamburg aus.

 

Herr Nielsen, Herr Trenkamp - erfolgreiches Unternehmertum hat viele Facetten. Es erfordert Mut, Vision, Leidenschaft und einen Sinn für Chancen und Märkte. Welche Parallelen und gemeinsamen Werte konnten Sie in den Firmengeschichten von Carpet Concept und Ege Carpets entdecken?


Svend Nielsen: Ich war schon immer ein Fan von Carpet Concept. Durch die besondere Geschichte des Unternehmens, durch den Auftritt, die fortwährende Suche nach Innovation und das starke Brand. 2016 sagte ich zu Thomas Trenkamp: sollte Carpet Concept in Zukunft an einer Partnerschaft interessiert sein, denke an Ege. Das war eine Vorahnung - Monate später standen Unternehmensanteile zum Verkauf und wir kamen ins Gespräch. Unsere Ege-Werte, Design, Kultur und Respekt, das wurde uns beiden früh klar, sind Werte, die zu der Carpet Concept-Philosophie, gemeinschaftlich, wertvoll und fortschrittlich sehr gut passen.


Thomas Trenkamp: Das Menschliche, das Emotionale, aber auch die besondere Freude am Abenteuer Gestaltung. Der in Zukunft gemeinsam gelebten, textilen Leidenschaft. Ein Teppichboden soll eine Geschichte erzählen, nicht mit Worten, sondern mit Proportion, Design, Herkunft. Hier sprechen wir die gleiche Sprache und merkten es schon zu Beginn. 1995 fuhr ich nach Jütland und besuchte das erste Mal Ege. Das war Sympathie auf den ersten Blick. Carpet Concept hatte schon früh eine besondere Affinität zu Skandinavien. Der Grund war nicht zuletzt die Mentalität der Menschen und deren Verständnis für Design und Architektur. Ab 2000 arbeiteten unsere Unternehmen mit einem gemeinsamen Produzenten, nämlich Bentzon Carpets. Ege und Carpet Concept entwickelten sich dort wie Brüderchen und Schwesterchen. Als Bentzon 2008 zu verkaufen war, übernahm es Ege. Carpet Concept blieb ganz selbstverständlich Kunde, wir wollten uns schon damals miteinander, nicht gegeneinander entwickeln. Unsere Werte von Qualität und Design, der respektvolle Umgang miteinander – das passt gut zusammen. Mir fällt gerade ein schönes, altertümliches Wort dazu ein: anständig. Neben aller Professionalität zählt der Umgang miteinander und den Menschen.

 

Das klingt harmonisch. Zugleich müssen ein dänisches und deutsches Unternehmen zueinander finden. Gibt es da kulturelle Brücken, die Sie und die Mitarbeiter überwinden mussten?


Svend Nielsen: Das „Sie“ in Deutschland -  in Dänemark siezt man gerade mal die Königin. Deutschland ist formeller, daran muss man sich tatsächlich als Däne gewöhnen.


Thomas Trenkamp: (lacht) Ja, in Deutschland muss man sich das „Du“ verdienen. Was ich als Kulturunterschied empfinde, ist die verkürzte Kommunikation in Dänemark. Wir schreiben wohlüberlegt eine halbe Seite, die Dänen retournieren mit einem kurzen „Ja“. Das ist zugegeben ökonomisch und praktisch – sobald man sich daran gewöhnt hat.

 

„Man redet nicht viel über die Dinge, sondern macht sie.“

 

Thomas Trenkamp, die Geschichte von Carpet Concept liest sich wie eine Erfolgs-Story. Das von Ihnen gegründete Teppichboden-Label ist in Deutschland aus dem Premium-Office-Segment nicht wegzudenken. Mit Ege Carpets hat das Unternehmen einen neuen Partner gefunden. Was bedeutet diese Verbindung für beide? Wieviel Carpet Concept steckt drin, wenn Ege Carpets draufsteht und welche Botschaft können Sie langjährigen Kunden mit auf den Weg geben?

 

Thomas Trenkamp: Tatsächlich wird sich die DNA von Carpet Concept auch künftig gut abbilden. Aber es soll ja auch Neues passieren, zum Beispiel in Richtung Internationalisierung. Ein Optimist wie ich liebt die Herausforderung und die gemeinsame Aufgabe. Es ist eine der aufregendsten Sachen der Welt, gemeinsam etwas entwickeln zu dürfen. Gute textile Gestaltung ist eine Kunst und wie jede muss sie den Weg zum Menschen finden. Deshalb bringen wir uns zusammen ein, die Produktentwicklung und das Marketing werden im Team gestaltet. Bis April 2022 bleibe ich aktiv als geschäftsführender Gesellschafter tätig, danach werde ich der Gruppe als Markenbotschafter und Produktentwickler mit meiner Expertise zur Verfügung stehen. Ich mache das weiter, was ich gerne mache: unseren Produkten in die Seele schauen.
Ege kommt klar aus der Gestaltung, dazu passt Carpet Concept mit seinem innovativen Produktansatz und der Philosophie, das sichtbar werden darf, in welcher Technik die Produkte entstanden sind. Die Unternehmen mischen jetzt das Beste aus ihren Welten. Es ist wie bei einer Erfindung: niemand erfindet etwas, um Altes zu zerstören, sondern um Neues zu schaffen und Ideen freizusetzen.

 

Svend Nielsen: Das Einbinden von Carpet Concept in die Ege Gruppe macht alle unsere Unternehmen zukunftsfähiger - ob Bentzon Carpets, Hammer Carpets, Ege und auch Carpet Concept. Als Steve Jobs früher das iPhone präsentierte, gab Nokia Entwarnung. Den konservativen Funktionen der damaligen Handys machte es wirklich keine Konkurrenz. Unbemerkt blieb: Steve Jobs hatte mal eben das mobile Internet erfunden. Innovation verbirgt sich oft im Vertrauten. Deshalb macht es Spaß, unser Portfolio zu komplettieren, zu tun, was wir für richtig halten. Um dann mit der„new Ege“ das Beste aus allen Unternehmen anzubieten. Eine gute Zukunft hängt davon ab, dass man Zusammenhänge erkennt und deren Potential nach vorne bringt.

 

Sie fokussieren sich also gemeinsam, um eine international vernetzte, starke Marke zu formen –Ege Carpets. Die Vision dafür ist, Trendsetter für anspruchsvolle Projekte weltweit zu sein. Wie ist der internationale Markt für Teppichböden aktuell einzuschätzen, wo liegen da Ihre Chancen und Potentiale?

 

Svend Nielsen: Ob eine Innovation eine Chance hat, zeigt die Geschichte hinter der Idee. Sie ist entscheidend. Wir stellen fest, wie stark sich die Lebensgewohnheiten verändert haben, das zeigt der Umsatz von Teppichböden an wie ein Seismograph. Er ist weltweit in den letzten 20 Jahren rückläufig. Auch die Bereiche wie Hotellerie oder das Office sind da nicht ausgenommen. Es werden jährlich in Europa noch ca. 800 Millionen Quadratmeter Teppichböden verkauft. Wir gehen davon aus, dass sich die Anforderungen an Bürowelten durch Corona nun weiter verändern werden. Früher brauchte jeder Ort eine spezifische Identität, heute muss er flexibel reagieren und damit aus der bekannten Routine ausbrechen.

 

Thomas Trenkamp: Eine spannende Zeit. Office-Welten erhalten eine Aura der Wohnlichkeit und Wohnwelten müssen bürotauglicher werden. Man braucht neue Schnittstellen, ein altes Modul verändert seine Gestalt, eingefahrene Systeme stehen vor Umbrüchen, das sind in der Regel goldene Zeiten für Erfindungen. Damit beschäftigen wir uns schon immer und in Zukunft gemeinsam bei Ege Carpets, um innovative Antworten auf Entwicklungen und neue Bedürfnisse zu geben. Lösungen, die von Erfahrungen mit Hotellerie, Office und durch modulares Denken geprägt sind.

 

Tatsächlich gibt es in Europa nicht mehr viele Hersteller, die Antworten hierauf geben und zugleich hochwertig weben können. Der Teppichbodenmarkt wurde immer stärker zentralisiert. Nur noch wenige, deutsche Mitbewerber von einst existieren. Welche Erwartungen verbinden Sie mit der gemeinsamen Zukunft von Ege Carpets, welche Trends sehen Sie?

 

Thomas Trenkamp: Es ist schade, dass sich so viele Anbieter aus der hochwertigen Produktion des Teppichwebens verabschieden mussten. Von den einst acht großen Unternehmen mögen heute vielleicht noch drei übrig geblieben sein. Es wäre für unseren ganzen Markt deutlich gesünder, wenn es mehr wären. Ich bin überzeugt, dass sich ein textiler Bodenbelag nicht nur über den Preis definieren darf. Das Umfeld wird teurer, der Teppichboden soll billiger werden - das kann nicht funktionieren. Schon jetzt gibt es den Trend zu mehr Textil und mehr Farbe als noch vor fünf oder sechs Jahren. Das farbig-fröhliche, das positiv Bejahende aus Skandinavien ist herüber gekommen. Das ist spürbar mehr Lebensfreude.


Svend Nielsen: Verändert hat sich auch: Der Teppichboden darf heute deutlich raffiniertere Antworten geben oder ein Statement setzen. Die Anforderung in Deutschland und Skandinavien ist übrigens ähnlich, Architekten sehnen sich in beiden Ländern nach mehr Nachhaltigkeit.

 

Die einzelnen Firmen der Ege Carpets-Gruppe verstehen sich als Partner der Architekten, Innenarchitekten, Kunden und Planer. Faszinierende Referenzobjekte aus der Hotellerie, der Gastronomie, aus Bildungs-, Kultur- und Bürobauten belegen diese Kooperationen. Wird es durch die Fusion künftig noch besser gelingen, auf die projektspezifischen Wünsche von Architekten und Innenarchitekten einzugehen?


Thomas Trenkamp: Der persönliche Antrieb und unsere Vision sind, Architekten, Planern und Nutzern textile Produkte vor einem ausgereiften, komplett nachhaltigen Hintergrund anzubieten. Denn im Thema Nachhaltigkeit sind wir mit Ege Vorreiter. Wir haben lange Erfahrungen statt standartisierter Lösungen und bieten Maßgefertigtes - ob im Hotel, Office oder der Akustik. Das passt zu den individuellen Wünschen der Planer und zu den Bedürfnissen der Menschen des 21. Jahrhunderts.

 

Neben dem nachhaltigen und technologischen Fortschritt hat sich das Investment in Design und Ästhetik für Sie beide als Erfolgsfaktor erwiesen. Carpet Concept als auch Ege haben die Zusammenarbeit mit namhaften Architekten und Designern bei der Entwicklung von Teppichkollektionen forciert. Renommierte Designpreise bestätigen die Strategie. Kann ein interdisziplinäres Netzwerk die gemeinsame Designkompetenz noch verstärken?


Svend Nielsen: Natürlich, die neue Verbindung stärkt uns. Der Zusammenschluss zu einem Brand ermöglicht unseren Mitarbeitern weltweit den Zugang zu allen Produkten und Informationen. Das bedeutet einen enormen Wissens- und Designtransfer. Ege Carpets kann somit nachhaltige und ehrliche Antworten für alle Herausforderungen geben und jedem Ort die spezifische Identität, die er braucht.


Thomas Trenkamp: Und gute Gestaltung kann das Leben so viel besser machen! Sie ist wertvoll, sinnstiftend und geht uns alle an. Die gemeinsame Designarbeit mit Künstlern, Architekten und Gestaltern war über Jahre inspirierend. Man sucht zusammen Neues, um daraus Bestes zu schaffen. Ein Geschenk ist, dass die Designauffassung von Ege und Carpet Concept so ähnlich ist. Wenn man auf die Produktpalette von Carpet Concept schaut, ist sie in sich stimmig. Dennoch hatten wir für Märkte wie die USA oder Großbritannien keine Antwort. Das ändert sich nun: gemeinsam wagen wir den Sprung in die Internationalität. Damit haben wir uns bewusst Zeit gelassen. Denn die Frage war nicht, schnell auf einen Markt zu reagieren, sondern durchdacht und gewissenhaft an einer gemeinsamen Vision zu bauen - Qualität geht vor Geschwindigkeit.

 

„Wir arbeiten nicht mit dem Thema Nachhaltigkeit weil wir es müssen, sondern weil wir es richtig finden.“

 

Das Thema Nachhaltigkeit ist für Ege zentral. Durch fortschrittliche Technologien, den Cradle-to-Cradle-Ansatz und als weltweit einziger Hersteller, der den anspruchsvollen Standard DS 49001 erfüllt, in dem Produkte aus gesunden Kreisläufen stammen und keine schädlichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Sind Sie auf dem Weg, Ege Carpets bald komplett klimaneutral zu gestalten und sich hier gemeinsam an die Welt-Spitze der Nachhaltigkeitsbewegung in Ihrem Segment zu stellen?


Svend Nielsen: Unser Gründer, Mads Eg Damgaard, wuchs auf einem Bauernhof, mitten in der Natur auf. Das prägte ihn. 1974 entschied er, für jede verkaufte Teppichrolle einen Anteil an den Word Wildlife Found zu spenden. Der Teil aus Dänemark, aus dem wir kommen, Herning in Jütland, hat eine Tradition. Man redet nicht viel über die Dinge, sondern macht sie. Wir arbeiten mit dem Thema Nachhaltigkeit, nicht weil wir müssen, sondern weil wir es richtig finden. In weniger als fünf Jahren wurden wir vollständig Cradle to Cradle zertifiziert, unser gesamter Stromverbrauch wird durch erneuerbare Energien gedeckt, die wir aus Offshore-Windparks beziehen. Außerdem sind wir dabei, von Erdgas auf Biogas umzusteigen und haben unsere Ege-Strategie: bis 2030 wollen wir CO2-positiv werden. Nachhaltigkeit ist für uns eine Reise ohne Ende. Der Unterschied zwischen uns und anderen großen Konzernen ist, dass diese sich häufig jetzt erst für das Thema Nachhaltigkeit interessieren. Ege denkt Nachhaltigkeit seit vielen Jahren ganzheitlich. Unter anderem haben wir unseren Found, in dem wir unterschiedlichste Projekte unterstützen. Nachhaltigkeit ist für uns nichts Fertiges, sie geht immer weiter und wir sind ein Teil davon.


Thomas Trenkamp: Wir haben mit Carpet Concept immer ein Credo verfolgt: die beste Ressourcenschonung ist die, Ressourcen gar nicht erst zu verbrauchen. Nachhaltigkeit formuliert sich für uns über Langlebigkeit. Dauerhaftes, das jenseits kurzlebiger Trends agiert. Zeitloses, in Design und Qualität, das jahrzehntelang überzeugt. Einer unserer Teppiche, Eco, wurde der vermutlich meist veröffentlichte, textile Bodenbelag in deutschsprachigen Medien.  Ein Produkt, das nicht aus der Zeit gefallen ist und das Zeug zum Klassiker besitzt. Und diesen Gedankenfunken wollen wir weiter entfachen: mit Ege Carpets werden wir versuchen, die Zukunft ein Stück  besser zu gestalten.

 

„Klimaschutz muss zum Geschäftsmodell werden“, sagte jüngst auch Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group. Kann man die Balance zwischen Ökologie & Ökonomie heute zum Unternehmensziel erklären und wie sieht umweltbewusstes Wachstum aus?


Svend Nielsen: Meiner Meinung nach ist die grüne Umweltveränderung nicht durch Mehrkosten gekennzeichnet. Sicher muss man anfangs investieren, ob für eine neue Heizung oder Wasseraufbereitungsanlage - aber diese Investitionen laufen in Jahren wieder zurück und sind ein Gewinn für uns alle. Wir betrachten Wachstum und Wertschöpfung auch von der sozialen Seite. So haben wir eine Fabrik in der Fabrik gegründet, in der unsere Garnreste recycelt werden, von Mitarbeitern, die gestresst sind und ob der persönlichen Situation nicht mehr wie gelernt und gewohnt arbeiten können. Hier können sie wieder ihren Rhythmus finden. Dafür wurde Ege mit seiner gesamten Arbeitsumgebung in Dänemark von der größten Gewerkschaft ausgezeichnet - das war für uns ein Ritterschlag.

 

Carpet Concept ist ebenfalls kulturell engagiert, zum Beispiel als Gründungspartner des KAP Forums für Architektur & Stadtentwicklung und hat sich über viele Jahre einen guten Ruf bei Architekten und Interiordesignern erabeitet, unter anderem durch die Förderung des Berliner Ausstellungsforum Aedes. Werden diese Engagements künftig fortgesetzt?


Thomas Trenkamp: Man kann Architekten nicht nur einfach als Zielgruppe definieren, man sollte sie auch verstehen, in ihren Köpfen denken können. Für uns sind Architekten, Innenarchitekten und Planer nicht nur Marketing-Zielgruppen sondern Partner. Wir fragen nach, hören zu und versuchen zu verstehen. So entstehen im positiven Sinne belastbare Beziehungen. Das war und ist uns seit jeher ein ehrliches Anliegen. Das Denken, die Visionen von Architekten und Planern berühren mich tief. Diesem Kosmos der Kreativität ist unsere Webküche in Münchenbernsdorf gewidmet. Ein Ort für gemeinsamen Austausch beim Kochen und Essen, verbunden mit unserem Museum, der Weberei und dem Blick in unsere textile Seele. Uns ist es wichtig, ehrliche Engagements auszubilden und diese mit Kontinuität zu füllen. Die wirtschaftliche Form vorausgesetzt, werden wir an diesen Kommunikationsformen festhalten. Viele positive Begegnungen und Momente sind so in der Vergangenheit entstanden - von Inspirationen bis zu langjährigen Freundschaften.

 

Was würde Mads dazu sagen? Ege-Firmengründer Mads Eg Damgaard war von Anfang an mit sportlicher Freude auf Expansionskurs. In seinen Memoiren ist zu lesen: „Die Firma wachsen zu sehen, wurde zu einer Art Hobby von mir.“ Wie würde Mads, der 1999 verstorben ist, auf die heutige Entwicklung der Ege group blicken, Herr Nielsen, wäre er zufrieden?


Svend Nielsen: Mads wäre zufrieden. Er war mutig und fortschrittlich. Exemplarisch stehen dafür zwei Entscheidungen: 1938 gründete er die Firma. Er produzierte anfangs eine enorme Produktpalette, Ende der 50er Jahre stellte er alles von einem Tag auf den anderen auf Teppichböden um und konzentrierte sich nur darauf. 1974 bekam er die Möglichkeit, eine Farben- und Druckanlage zu kaufen, sie kostete damals drei bis vier Millionen Mark. Ein Kapitaleinsatz, groß genug, um die ganze Familie zu vernichten. Aber Mads setzte stets auf mutige Entscheidungen und auf das Wachstum des Unternehmens. Das ist es, was wir jetzt ebenso machen – wir fügen das Beste, was wir haben, zusammen und entwickeln es weiter.

 

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